Stalingrad - Bilder einer erbitterten Schlacht

Stalingrad - Bilder einer erbitterten Schlacht

Der Kampf um Stalingrad in einer Dokumentation von Bildern, Fotos, Karten, Filmen, Plänen, Berichten und Beschreibungen.

 

 

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Kampf um die Stadt

 

Die topografische Karte der Roten Armee von Beketowka mit den Koordinaten aus dem Jahre 1942 (veröffentlicht 1992)

Die topografische Karte der Roten Armee von Dubowka mit den Koordinaten aus dem Jahre 1942 (veröffentlicht 1985)

Die topografische Karte der Roten Armee von Frolowo mit den Koordinaten aus dem Jahre 1942 (veröffentlicht 1984)

Die topografische Karte der Roten Armee von Goroditsche mit den Koordinaten aus dem Jahre 1942 (veröffentlicht 1986)

Die topografische Karte der Roten Armee von Kalatsch mit den Koordinaten aus dem Jahre 1942 (veröffentlicht 1986)

Die topografische Karte der Roten Armee von Stalingrad mit den Koordinaten aus dem Jahre 1942 (veröffentlicht 1963)

"Der Kampf um Stalingrad" Aus dem Degeto Weltspiegel vom August 1942 (Film, DivX-Treiber notwendig)

Blick in Richtung Wolga zu den in Flammen stehenden Tanklagern im Norden der Stadt nach deutschen Luftangriffen im September 1942

Und doch mussten alle in den Kampf dort rein...

Luftaufnahme einer Aufklärerstaffel des AOK von der Eisenbahnschleife ("Tennisschläger" genannt), südlich des metallurgischen Werkes "Roter Oktober" vom Dienstag, dem 3. November 1942. Diese Wendeschleife gehört zur chemischen Fabrik "Lazur".

Der Stadtplan Stalingrads, gezeichnet nach der 2. (vorläufigen) Ausgabe vom September 1942.

Weil der Truppe kein detailliertes Kartenmaterial über die Stadt zur Verfügung stand, wurden eigene Stadtpläne erstellt. Die Umsetzung erfolgte anhand von Luftaufnahmen.

Die Reliefkarte des gesamten Stadtgebietes, herausgegeben vom Aktuellen Bilderdienst Leipzig am Donnerstag, dem 29. Oktober 1942.

Anflug auf Stalingrad.

Am Boden fallen die Fabrikgebäude der Nordstadt in Schutt und Asche.

Stukas kreisen über dem Häusermeer der Metropole und laden ihre zerstörerische Last im Industriezentrum ab.

Bombenabwurf über der chemischen Fabrik "Lazur".

Die Abnutzungsschlacht hat längst begonnen. Ob bolschewistische Truppenansammlungen oder Industriegebäude, in pausenlosem Einsatz ebnet die deutsche Luftwaffe den Weg für die Bodentruppen. Alles was Flügel hat, hängt in der Luft - HE 111, JU 88, JU 87, ME 109, ME 110 usw.

Unteroffizier Wilhelm Schneidl, Leutnant Josef Müller, Feldwebel Karl Helfrich. Die Kameraden des Grenadier-Regiment 672 werden Anfang September 1942 auf einem extra angelegten Ehrenfriedhof in Stalingrad beigesetzt.

Mit dem Sturmgeschütz geht es in den Vororten gegen den Russen vor. Hier werden die Truppen der 6. Armee erstmals mit einem Häuser- und Straßenkampf konfrontiert, den sie in dieser Form noch nicht erlebt haben. Eine Ausbildung im Häuserkampf war in den Heeresvorschriften nicht vorgesehen.

1. September 1942. In rollenden Einsätzen werden durch Stukas feindliche Panzeransammlungen in den Balkas westlich Stalingrad bekämpft.

Im vermeintlichen Schutz der riesigen Erdspalten westlich Stalingrads werden am Dienstag, dem 1. September 1942 russische Panzerheranführungen vernichtet.

1. September 1942. Stuka Bombenvolltreffer auf einen Transportzug mit Nachschubmaterial der Bolschewiken westlich Stalingrads.

Die ehemaligen Verteidigungsgräben der Russen dienen nun der Infanterie als Deckungsschutz. Das gesamte Stalingrad wurde in Vorbereitung des deutschen Angriffs mit einem Grabenlaufsystem begehbar gemacht.

In Kusmitschi am Tatarenwall, Nahe dem Haltepunkt 546 fiel der 6. Armee ein Eisenbahnzug vollgestopft mit amerikanischen Hilfslieferungen für die Sowjets in die Hände. Hier ein Willys Jeep aus dieser Lieferung.

Unter einem Abstellgleis hat man sich hier einen sicheren Unterschlupf gegraben, um die Tage und Nächte in dieser Apokalypse zu überleben.

Unschätzbare Kulturgüter, Gebäude und Einrichtungen gehen in Flammen auf. Der Kampf um Stalingrad und die Vernichtung der Stadt ist in vollem Gange.

Wo keine Gegenwehr mehr zu erwarten ist, kann man im aufrechten Gang vorgehen. Dies ändert sich, als die Sowjets hunderte von gut ausgebildeten Scharfschützen antreten lassen. Denen fallen unzählige Wehrmachtssoldaten in den folgenden Monaten zum Opfer. Kein Loch, kein Häuservorsprung, kein Erdhügel ist mehr sicher, um nicht von einer dieser Kugeln tödlich getroffen zu werden.

Die schwere Feld-Artillerie pflügt das um, was danach von Panzertruppen gestürmt wird.

Heinkel HE 111 im Anflug auf Stalingrad.

Vom Nordwesten her bekämpft die deutsche Luftwaffe zur Bodenunterstützung die für die Sowjets wichtigen Fabrikanlagen. Der Russe hat es fertig gebracht, trotz massiver Angriffe seine Kriegsproduktion aufrecht zu erhalten.

Die Armeeführung entschloss sich, Stalingrad in der Reihenfolge militärischer Bedeutung in Sektoren aufzuteilen, um effektiver gegen die verbissen kämpfenden Russen vorzugehen. Es zeichnete sich recht früh ab, dass diese Stadt nicht im Handstreich zu nehmen war.

An der Straße nach Stalingrad. Hunderte Angehörige der 6. Armee und deren Verbündete finden bei den schweren Kämpfen allein schon beim Vormarsch den Tod und erhalten ihr Grab in fremder Erde. Von den Verlusten an Mensch und Material wird in den Wochenschauberichten des OKW nichts erwähnt.

Hunderte Särge stehen für die bereit, die Stalingrad nie zu Gesicht bekommen werden.

Die nördlichen Stellungen und Nachschublager der Sowjets in den Balkas werden vernichtet.

Auch die Öltanklager der Raffinerie stehen inzwischen lichterloh in Flammen. Der schwarze, die Luft zum Atmen nehmende Qualm des brennenden Öls macht in der Umgebung den Tag zur Nacht. Die Zerstörung der Tanks verwehren auch der 6. Armee den Treibstoff, den sie in der Folgezeit so dringend benötigen werden.

Viele Kilometer aus der Steppe sichtbar, kündet der Qualm von der sich dort abspielenden Katastrophe.

Bootsanlegestellen an der Wolga bei Stalingrad.

In Schutt und Asche zerfallen auch Stalingrads Vororte.

Der Berliner Lokalanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 11. September 1942 über das Geschehen in Stalingrad.

Als am Montag Morgen des 24. August 1942 der Sturm mit der geballten Kraft aller zur Verfügung stehenden Waffensystemen der 6. Armee auf die Stellungen der Russen gegen die nördlichste Industriesiedlung Spartakowka beginnt, entsteht ein Inferno, dem die sowjetischen Verteidigungsanlagen in keiner Weise gewachsen sind. Hier die russische Karte des Angriffverlaufs in der Zeit vom 17. Juli bis 12. September 1942 und vom 13. September bis zum 18. November.

24. August 1942, endlich an der Wolga.

In der Stalingrader Vorstadt eine zerstörte russische Bereitstellung.

Sicherung an der Bahnlinie Stalingrad - Krasnoarmeisk durch Oberleutnant von Lindeiner am 25. September 1942.

Luftaufnahme von Bombentreffern in den Bahnanlagen. Trotzdem gelingt es den Russen nach wie vor Hilfslieferungen der Alliierten in die Stadt zu bekommen. Neben russischen Panzern und LKWs sieht man immer öfter britische und US-amerikanische Kampfwagen, LKW, Geländewagen, Kanonen, Waffen.

Blick auf die südlichen Vorstädte.

Die deutsche Wochenschau berichtet im September 1942 über den Kampfraum Stalingrad. (Film, DivX-Treiber notwendig)

Über die Wolga mit einem Kanonenboot herangeführte bolschewistische Kräfte geraten unter Beschuss.

In einem der zahlreichen Schützengräben berät ein Trupp Infanteristen das weitere Vorgehen.

Hinter der Deckung eines T 34 Wracks halten MG-Schützen den Russen nieder.

Die Katen der Fabrikarbeiter in Stalingrads Nordstadt sind dem Beben und den Detonationserschütterungen nicht gewachsen.

Blick über eine Arbeitersiedlung in Richtung Getreidesilo.

Wo man auch hinguckt im September 1942, die deutsche Luftwaffe hat ganze Arbeit geleistet.

An dem bis jetzt unberührten Ort eines Obstgartens hat man die gefallenen Männer des motorisierten Infanterie-Regiments 15 bestattet. Hier auch Hauptmann Herbert Heinrich Ide geb. 04.01.1915 gest. 12.09.1942. Solche Bilder werden in den Wochenschauen und Propagandaberichten der Tageszeitungen daheim in Deutschland nicht gezeigt.

Blick auf einen zerbombten Vorort Stalingrads.

Auf der Wolga schwimmen in Brand geworfene Ölschiffe.

Das Ufer der Wolga bei Stalingrad.

Im Süden der Stadt kämpft sich ein Trupp Infanteristen durch die von Granaten gepflügte Erde. Am Sonntag, dem 30. August 1942 reißt die 4. Panzerarmee den inneren Verteidigungsgürtel Stalingrads auf.

"Betreten von Stalingrad mit Lebensgefahr verbunden". Auch ohne dieses Hinweisschild an einer Holzbrückenüberfahrt zur Stadt gibt es keinen Zweifel daran.

Die Zivilbevölkerung verlässt in Richtung Westen die lodernde Hölle.

Eindrücke, die der deutsche Landser für zu Hause fest hält.

Einige Bewohner der nördlichen Vorstadtsiedlung packen ihr Hab und Gut und flüchten in Richtung Westen.

Die Behausungen der russischen Bevölkerung waren nach deutschen Verhältnissen lausig und menschenunwürdig. Viele Russen lebten in Armut und kannten keinerlei Annehmlichkeiten des Lebens, wie etwa eine Uhr, Besteck, ein Fahrrad oder ein Radio. Diese Kate hier verlor ihr Dach vermutlich allein nur durch die Druckwelle einer detonierenden Bombe in der Umgebung.

Flüchtlinge verlassen zum Schutz ihres Lebens die Stadt. Der Lärm und das Krachen andauernd detonierender Granaten aller Kaliber, das heulende Pfeifen der Geschosse, der Regen der umherfliegenden Splitter, der Staub und die Fontänen aufgebrachter Erde, der beißende, stinkende Pulverdampf - das war für einen Menschen in diesen Tagen und Wochen unerträglich.

Abschied von einem lieb gewonnenen Kameraden. Auch das ist das bild dieser Tage. Und dann immer die stille Frage, "Wer wird der nächste sein?"

Am Donnerstag, dem 17. September 1942 brennt es im Süden Stalingrads an allen Ecken und Enden.

Luftaufnahme einschlagender Bomben in die Bahnanlagen.

Eine Dornier Ju 88 liefert ihre tödliche Last nach Stalingrad. Viele dieser Bomberbesatzungen sind nicht nur russischen Überraschungsangriffen ausgeliefert, sondern zwischen Don und Wolga herrscht eine extreme Wetterscheide. Urplötzlich auftretender Nebel und Wolken lassen das Fliegen sowie eine Abwehr unmöglich machen.

Eine verlässliche Angabe, wie viele Tonnen Bomben die deutsche Luftwaffe über Stalingrad abgeworfen hat gibt es nicht. Nach allgemeinen Angaben der Luftflotte 4 ist aber davon auszugehen, dass keine andere Stadt derart belegt worden ist.

Auf solchen Feldflugplätzen, wie hier in Morosowskaja wurden die Maschinen für ihre Feindflüge vorbereitet.

Luftaufnahme eines Volltreffers in ein russisches Tanklager im nördlichen Stalingrad.

Fotos eines Truppenteils der 94. Infanterie-Division...

Bombe auf Bombe versetzt das Bahnhofsgelände am 24. September 1942 in eine Trümmerwüste. Der Personenzugverkehr ist lange eingestellt. Die Wagons mit Nachschub können nur noch weit außerhalb der Stadt des nachts abgefertigt werden. Aber auch sie werden immer wieder Angriffspunkt russischer aber auch deutscher Luftwaffenverbände.

Das XXXXVIII. Panzerkorps (Generalleutnant Heim) erreicht bei Woroponowo den westlichen Stadtrand Stalingrads.

Nach einer Woche haben sich alle deutschen Verbände auf breiter Front in die westlichen Vororte Stalingrads herangekämpft. Am 10. September 1942 sind Goroditsche, Alexandrowka und Sadowaja genommen.

Quadratmeter für Quadratmeter pflügt die Feldartillerie den Boden der Stadt und sprengt die russischen Stellungen.

Die Verwaltungsgebäude im Stadtzentrum werden mit Bomben belegt.

Eine Artillerie-Batterie kümmert sich um die Getreidesilos, die in der Folge in zähem Kampf immer wieder aufgegeben und genommen werden müssen.

Im September sieht das Bild der zerstörten Erdöl-Raffinerie und des Treibstofflagers so aus. Wochenlang brennen die Öltanks zwischen dem metallurgischem Werk und dem Bahnhof I. Stahlkonstruktionen in naher Umgebung zerschmelzen zu einer Lava ähnlichen Masse, der später nach dem Krieg nur noch durch Sprengung beizukommen ist.

Was Explosionen und Feuer nicht genommen haben, sind die bizarr wirkenden Schornsteine ehemaliger Fabrikgebäude. Sie unterstreichen die Unwirklichkeit, den Wahnsinn dieses mörderischen Krieges.

Der Straßen- und Häuserkampf hat längst begonnen - ein Unterfangen, was neu eingeflogene, unerfahrene  Männer sofort mit dem Leben bezahlten. Die durchschnittliche Überlebensrate der wenigen neu hinzu geführter Soldaten und Offiziere betrug nicht einmal 48 Stunden.

Mit seinem BMW 750 Gespann brettert dieser Soldat über die staubigen Pisten der freigekämpften Vororte.

Mit der JU 52 werden Verwundete abtransportiert. Sie wissen nicht, dass ihnen ihre Verwundung und der damit verbundene Abtransport das Leben retten wird.

Zwischen den weggesprengten Häuserzeilen patrouilliert ein Kommando Infanteristen auf der Suche nach Partisanen oder anderen feindlich gesinnten Kräften.

Im Bild eine 8,8 cm Flak. Die schwere Flak mit ihren Geschützen feuert der Infanterie im waagerechten Schuss den Weg frei. Ihre Wirkung war auf nahe Entfernung verheerend. Selbst Panzerkampfwagen konnten mit ihr förmlich weggeschossen werden.

Das Bahnhofsgelände aus der Vogelperspektive zeigt eine einzige Mondlandschaft. Kaum ein Stein blieb nach den ersten harten Kämpfen auf dem anderen.

Ein zerberstender Russenpanzer T 34 nach dem Volltreffer mit einer Panzerfaust zwischen Turm und Rumpf in die Granatenkammer.

Essen fassen in einer der Feldküchen vor Ort.

Vom Ostufer der Wolga zeigt sich das Ausmaß der Zerstörung durch permanente Luftangriffe, die Tag und Nacht anhielten. Einige Stadtteile konnten von den eigenen Truppen nicht betreten werden, weil sie sonst selbst Opfer der pausenlosen Bombenabwürfe gewesen wären.

Dornier DO 17 überfliegen die Häuserzeilen von der Wolga aus kommend. Die russische Fliegerabwehr hatte sich zunächst vollkommen nach Westen ausgerichtet. Dies gab der Luftflotte die Möglichkeit Stalingrad unbehelligt über die Wolga von Südosten her anzufliegen. Die deutsche Luftwaffe war der 62. Roten Armee der gefährlichste Gegner.

Ein in Brand geschossener Panzerkampfwagen IV Ausführung C mit 7,5 cm Stummelkanone.

Zwangsläufig blieben auch Zivilisten nicht verschont. Tausende wurden durch Bomben und Granaten zerfetzt, durch Flammenwerfer verbrannt, mit Panzern überrollt oder durch Gewehrsalven tödlich getroffen. Wie viel Soldaten der 6. Armee im Wirrwarr der Kämpfe Opfer eigenen Beschusses wurden, ist nicht festgehalten.

Das Ausfliegen verwundeter Kameraden wird zur täglichen Routine und kann noch planmäßig durchgeführt werden. Schon im November sind bereits 20% der deutschen Truppen gefallen. Auffrischungen gibt es so gut wie keine. Die Armeeführung beschränkt sich im Wesentlichen immer mehr nur auf die Zuführung von Jungoffizieren, um Führerschwund auszugleichen. Diese jungen, unerfahrenen Leutnants überleben die Hölle an der Wolga oft keine zwei Tage.

In einer stillen Minute denkt man an die lieben daheim, liest den Brief der Eltern oder Ehefrau. Die Feldpost war für alle Kameraden die Verbindung nach Hause und half in so mancher schweren Stunde der Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit.

Die Hangars vom Flugplatz Gumrak sind zerstört. Gumrak ist eingenommen. Fortan dient er der deutschen Luftwaffe als Basis aller Lufttransporte. Gumrak bleibt, wie die Höhe 102 und die Getreidesilos immer Hauptangriffsziel der Sowjets.

Fast idyllisch wirkt der Anblick dieser Arbeitersiedlung vor den Toren der Stalingrader Nordstadt. An der Wolga indes, nur wenige Kilometer ostwärts, kämpfen Divisionen zweier verfeindeter Armeen einen mörderischen Kampf.

Die Balkas, in die man Tunnel gegraben hatte, waren für einen Großteil der Zivilbevölkerung letzte Zuflucht. Mit den Worten "Eine verlassene Stadt braucht nicht verteidigt zu werden." hatte Stalin ein striktes Evakuierungsverbot erlassen. Viele Stalingrader verbrachten ihr Leben von nun an unter der Erde. Im Verlauf der Schlacht zogen sich auch Einheiten der 6. Armee hierher zurück. Nach dem Krieg nutzte man diese Stollen als Kriegsgefangenenlager, die kaum ein Gefangener wieder lebendig verlassen sollte.

Die für Bomben und Artillerie unerreichbaren Schächte am Steilufer der Wolga boten auch den Führungsstäben der Sowjets besten Schutz. Hier verbarg man Munitions- und Lebensmitteldepots, Lazarette und sogar die durchweg funktionierende Stalingrader Stadtverwaltung.

Mit der Pak 41 halten die Männer eine russische Igelstellung nieder.

Auf dem Kampfwagen der Panzerjäger-Abteilung 3 geht es durch die freigekämpften Stadtteile im Süden Stalingrads.

Ein Russengrab vor der Ruine einer Werkhalle.

Erinnerungsfoto aus einer vermeintlich geschlagenen Stadt. Es mögen ihre letzten Aufnahmen gewesen sein.

Blick auf den zerstörten Flugplatz Stalingradski.

Gefangene Russen werden aus der der Ruinenstadt geführt.

Eine bis vor kurzem noch intakte Produktionsanlage eines zerstörten Fabrikgebäudes.

Panzer III der Ausführung J fahren einer Vorstadtsiedlung entgegen.

General der Panzertruppe Paulus während einer Lagebesprechung in Gumrak.

Schwere Artillerie beider Armeen vernichten ringsum jegliches Leben. Noch bleiben die Siedlungen der Stalingrader Bevölkerung von der geballten Zerstörungskraft der Angreifer und Verteidiger verschont.

Nachdem am Mittwoch, dem 9. September 1942 das Gros der deutschen Panzerkräfte in den Nordteil der Stadt eingebrochen sind, beginnt sich die sichtbare Front aufzulösen. Es gibt schlichtweg keine Frontlinie mehr. Von allen Himmelsrichtungen war mit dem Gegner zu rechnen und um jede Fabrikhalle, jedes Haus, jeden Meter Graben wurde verbissen gerungen.

Die Karte der Verteidigungsoperationen der Roten Armee um Stalingrad vom Juli bis September 1942 nach General Schukow (sowjetischer Oberbefehlshaber der Stalingrader Front).

Ein erledigter Russenpanzer T 34 vor Stalingrad im September 1942.

Männer einer Artillerieabteilung der 16. Panzer-Division im Kampfeinsatz in Stalingrad Nord.

Dienstag, 29. September 1942 an der Bahnlinie nach Stalingrad. Nur kurz ruhen hier die Toten, bis die Gräber durch die in wenigen Wochen heranrückenden Truppen der Roten Armee platt gewalzt werden.

Und immer wieder versucht die russische Zivilbevölkerung etwas von ihrem Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.

In der Deckung eines Bombentrichters bekämpfen diese Männer mit ihrem Granatwerfer Feindnester und Igelstellungen der Sowjets. Bei den Kämpfen um Stalingrad verlor sich die definierte Front. Es geht Stadtviertel um Stadtviertel, Straßenzug um Straßenzug, Haus um Haus, Stockwerk um Stockwerk. Es wird gekämpft um jeden Unterstand, jedes Kellerloch, jeden Meter Graben.

Eine MG-Stellung nimmt mit ihrem MG 34 russische Kanonenboote und Feindübersetzungen ins Visier.

Generaloberst Paulus mit einigen seiner Stabsoffiziere zu Besuch bei einer Artilleriebatterie im Schutz einer Deckungsstellung.

Die Bedienung einer 8,8 cm Flak nördlich von Stalingrad am 20. Oktober 1942. Der Lauf zeigt die Abschussringe. Es ist anzunehmen, dass auch dies eine der letzten Aufnahmen, das letzte Lebenszeichen dieser Männer hier ist.

In den Ruinen wird Unterschlupf gesucht und man richtet sich ein, so gut, wie es eben möglich ist.

Fronturlauber und kleine Gruppen Ersatzkräfte warten auf einem Feldflugplatz zum Einflug in Stalingrads Hölle.

Ausgelaugt, physisch und psychisch am Ende ihres Leistungsvermögens halten sie für ein Gruppenfoto her.

Am Stadtrand kämpfen sich Infanteristen in der Deckung von Ruinen an das Zentrum heran, und weil die deutschen Soldaten mit dem Gelände, mit dem Häuser- und Straßenkampf nicht vertraut sind, werden sie immer wieder Opfer russischer Hinterhalte. Häufig wird in der Enge der Gräben und Häuserruinen nicht mehr geschossen, sondern mit dem Bajonett erstochen oder dem Feldspaten enthauptet. Der größte unsichtbare Feind ist aber der russische Scharfschütze.

Donnerstag, 1. Oktober 1942. Am Stadtrand von Stalingrad wurde dieser Russenpanzer in Brand geschossen.

1. Oktober 1942. Infanterie im Vorgehen auf Stalingrad.

Am Mittwoch, dem 22. Oktober auf einer Vormarschstraße im Raum Stalingrad. Eine Kolonne des Heeres hält Mittagsrast und hat sich dabei ausgezeichnet getarnt.

Das Grab des Gefreiten August Wahrendorf, 3. Pionierbataillon 651, geboren am 21.09.1914, gefallen am 04.10.1942 in Spartakowka, Stalingrad. August Wahrendorf hat seinen 28. Geburtstag nur zwei Wochen überleben dürfen. Die Propagandameldungen in der Heimat zeigen dies nicht. Ein deutscher Soldat verreckt nicht in Stalingrad, er kämpft bis zur letzten Patrone und fällt in Ehren für Großdeutschland.

Ein Beutelager russischer Waffen und Ausrüstungsgegenstände in Woroponowo bei Stalingrad im Oktober 1942.

Abgeschossen. Der konzentrierte Einsatz aller zur Verfügung stehenden Flugzeuge der Südostfront und die massive Bereitstellung der Russen führte dazu, dass der Verlust an Flugzeugen in und um Stalingrad als bisher unübertroffen zu benennen ist.

Die deutsche Wochenschau berichtet im Oktober 1942 über den Kampfraum Stalingrad. (Film, DivX-Treiber notwendig)

Bombenabwurf über der Wolga. Die Wolga war für die Russen eine wichtige Transportstraße für den Nachschubtransport, die Heranführung frischer Kräfte und die Verteidigung der Stadt mit Kanonenbooten von Osten her.

Im metallurgischen Werk wird Meter um Meter freigekämpft. Dieser Zugführer nutzt eine russische Beute, Maschinenpistole des Typs Schpagin PPSh 1941 mit 7,62 mm Kaliber. Diese Waffe war mit einem 71 Patronen fassendem Trommelmagazin ausgestattet und besaß mit ihrer praktischen Schusszahl von 100 pro Minute eine effektive Reichweite von bis zu 300 Meter.

Die völlig zerstörten Werkhallen werden nach wie vor weiter bekämpft. Jede Ruine scheint zum Prestigeobjekt geworden zu sein. Hier streift eine Gruppe Infanteristen durch die nur noch aus Stahlträgern bestehende Werkhalle einer Fabrik im Norden der Stadt.

Von links nach rechts: Generalleutnant von Hartmann, Hauptmann Dr. ? und Generaloberst Paulus im Oktober 1942 bei einer offenen Lagebesprechung, als Stalingrad so gut wie eingenommen galt.

Die Verbissenheit zum Widerstand des Russen zeigt sich in noch nie gekanntem Ausmaß. Jedes Haus, jedes Erdloch, praktisch jeder Mann ist eine Festung, die es zu nehmen gilt. Wer diese Hölle überlebt, wird bis ans Ende seiner Tage vom Elend dieses Gemetzels gezeichnet sein.

Die Trecks der Nachschubkolonnen auf Feldbahnwagen bei Woroponowo im Oktober 1942 auf dem Weg nach Stalingrad.

Vorlage zum Bau von Unterkünften in Steilhängen.

Nachdem im Rahmen der fortschreitenden Sommeroffensive an der Südostfront der Vormarsch zum Stehen gekommen ist, richtet man sich auch an der Wolga zur Überwinterung ein. Pionier- und Strafeinheiten beschäftigen sich mit dem Bau von Unterkünften, die in die Steilhänge der Balkas eingelassen werden.

...und die Angst um das tägliche Verrecken geht weiter. In dieser unüberschaubaren Trümmerlandschaft lauert der Tod an allen Ecken und Enden. Und viele bezahlen nur einen Augenblick Unachtsamkeit mit dem Leben. Nur noch Tagesziele, ja Tageszeitziele bestimmen den Kampfauftrag der Truppe. Die bis 13 Uhr einzunehmende Häuserruine wurde von den sich darin befindlichen Russen gesäubert und musste bereits am frühen Abend wieder aufgegeben werden, um sie am Folgetag erneut wieder bis zum Nachmittag zu erobern. Das ist der Kampf um Stalingrad in diesen Wochen und Monaten.

Menschlichkeit und Mitgefühl sind nicht überall verloren gegangen in dieser gespenstigen Steinwüste. Immer wieder sieht man deutsche Soldaten wie sie auch verwundete Russen versorgen. Der Gegner, der vielleicht vor fünf Minuten den Kameraden mit einer tödlichen Kugel getroffen hat.

Dieser Unteroffizier einer Kradschützeneinheit versorgt im Schutze einer Böschung die verwundete Mutter, deren Kind neben ihr kauert. Der 6. Armee ist zu verdanken, dass ein erheblicher Teil der Zivilbevölkerung vor und während der Kämpe sicher aus der Stadt geleitet werden konnten. So lange die Lebensmittelversorgung der Armee gewährleistet war, wurden die Zivilisten rege mit versorgt.

Inzwischen fliegt auch der Russe zur Unterstützung ununterbrochene Bombeneinsätze. Nach einem russischen Luftangriff werden die getötete russische Zivilisten geborgen.

Deutsche Infanteristen erstürmen zum wiederholten Mal den Mamajew Kurgan (taktisch nur noch "Höhe 102" genannt). Zu Ehren des Tatarenfürsten Mamaj schüttete man diesen Hügel vor einigen Jahrhunderten auf. Er war die höchste Erhebung um die Stadt und damit ein wichtiges Einnahmeziel beider Seiten.

Leutnant Georg Schentke (23.11.1919 - 25.12.1942) vom Jagdgeschwader 3. auf dem Flughafen Pitomnik Ende September 1942.

Als es am 23. September 1942 endlich gelang die Getreidesilos in Besitz zu bekommen, war dies nur von kurzer Dauer. Wenig später wurden sie wieder entrissen. Auch die Getreidesilos galten in der Folge als Prestigeobjekt, wie der Mamajew Kurgan, die Geschützfabrik oder das Traktorenwerk auch. Ob diese Auseinandersetzungen in Relation zum militärischen Gesamterfolg standen bleibt bis heute fraglich.

Russische Zivilisten vor den Getreidesilos in der Erwartung etwas Getreide Essbares zu erhalten.

Nur kurz konnten die Getreidesilos im Süden der Stadt gehalten werden, bis der Russe sie erneut an sich riss.

Ein russisches Kanonenboot ist voll getarnt auf der Wolga in Stellung gegangen.

Infanteristen im gehen mit gegenseitiger Deckung im Straßenkampf vor. Für Straßen- und Häuserkämpfe war kein Soldat der Wehrmacht ausgebildet. Eine Widrigkeit, die hier zum Tragen kam.

Als am 14. September von einzelnen Truppen die Stadtmitte erreicht wurde, kämpfte man in den Straßenzügen dieser verdammten Stadt schon lange Mann gegen Mann. Der schnellere besiegt den langsameren, der stärkere den schwächeren. Dieser Krieg ist ein anderer Krieg.

Außerhalb des Kampfzentrums bereitet man sich auf einen längeren Verbleib an der Wolga vor, denn es ist klar, dass Stalingrad nicht im Handstreich zu nehmen sein wird. Der nicht kämpfenden Truppe, wie Strafkompanien, Pioniereinheiten oder Männer der rückwärtigen Dienste obliegt es, in die Steppenlandschaft gut getarnte, teils heimisch anmutende Erdunterkünfte zu bauen.

September 1942. Auf dem Feldflugplatz in Morosowskaja startet eine zur Nachrichtenübermittlung eingesetzte Kuriermaschine.

Eine Nahaufklärergruppe macht diese Aufnahme von der Arbeitersiedlung im Norden der Stadt. An der Wolga brennen noch immer die Öltanklager der Sowjets.

Die Wehrmachtsführung setzte auf Blitzkrieg aus der Bewegung heraus. Diese Taktik war in Stalingrad nichts mehr wert. Recht gefährlich zielen diese beiden Männer ohne Deckung auf verschanzte Russen. Leichtsinnigkeit und Unerfahrenheit bezahlten viele Kameraden der 6. Armee mit ihrem Leben.

Der Oberbefehlshaber der 6. Armee, Generaloberst Friedrich Paulus auf dem Roten Platz im Stadtzentrum im Gespräch mit Adjutanten seines Stabes.

Die russische Werkbank als Stellung für den Nahschuss. Der "Rattenkrieg", wie ihn die deutschen Landser für Stalingrad nannten, stößt an die psychischen und physischen Grenzen alles bisher Erlebten. Was hier gestorben wird ist unermesslich. Dem Einzelnen geht es längst nicht mehr um das Ziel die Stadt einzunehmen, sondern nur noch darum zu überleben, so gut wie möglich hier heraus zu kommen.

Im offenen, immer mehr aussichtslosen Kampf mit einem unsichtbaren Gegner hält diese MG-Stellung in den Ruinen der Geschützfabrik den Russen nieder.

Kurze Verschnaufpause und beobachten im Schutze eines Kamins des Geschützwerkes "Rote Barrikade" am Donnerstag, dem 29. Oktober 1942.

Die Bewegung im offenen Gelände gleicht einem Himmelfahrtskommando. Essenträger werden in die Stellungen nur noch in den Nachtstunden geschickt. Melder kriechen und robben im Schutze der Trümmerhaufen zum Befehlsempfang. Munitionsträger kommen nur noch im Schutze der Dunkelheit sicher ans Ziel.

In der Deckung eines Vorgartens beobachten die noch sehr jungen Soldaten das Schussfeld. Sollten sie das hier alles überleben, sind sie die ersten Todeskandidaten später in russischer Kriegsgefangenschaft.

So sah der deutsche Landser das, was nach dem Inferno übrig blieb.

Da, wo die Kämpfe bisher am heftigsten wüteten sind ehemalige Steinbauten praktisch dem Erdboden gleich gemacht, wie hier in Teilen des Stadtzentrums.

Blick, wie auf eine Mondlandschaft. Die Behausungen der Bevölkerung in der Nähe des Stadtzentrums sind vom Erdboden verschwunden.

Blick in die Steinwüste.

Wo einst die Straßenbahn entlang an prunkvollen Häuserzeilen des Stadtzentrums ihre Fahrgäste beförderte, ist nichts mehr geblieben. Hier gibt es nichts mehr zu erobern. Hier gibt es auch nichts mehr zu verteidigen.

Gefangene Russen warten in der Trümmerstadt auf den Abtransport.

Aber auch deutsche Kriegsgefangene gehen den Sowjets in die Hände. Sie werden, wie hier im Oktober 1942, nach Osten abtransportiert. In der Regel bedeutete russisches Gewahrsam fast immer den Tod.

Das Wrack der Straßenbahn in der völlig zerstörten Häuserzeile dient allenfalls noch als Unterschlupf für einen Deckungssuchenden.

Blick auf eine Straßenkreuzung des Stadtzentrums.

Ein paar russische Zivilisten streifen durchs Stadtzentrum.

Ob hier jemals wieder die Sonne scheinen kann war in den Momenten dieses Anblicks nicht zu beantworten. Hier der Blick auf Stalingrads südliche Stadtteile.

Eine Ansicht gleicht der anderen und eine Orientierung ist schwer geworden.

Indes gehen die Kämpfe anderorts unvermindert weiter. Von Straße zu Straße, Haus zu Haus und Stockwerk zu Stockwerk. Nicht selten befinden sich in Gebäuden in der einen Etage Russen und in der anderen Deutsche. Häufig braucht es Tage, bis einer von beiden erledigt ist. Die Katz- und Mausjagd wird zum Gedulds- und Nervenspiel.

Tagesziel, Einnahme dieses Gebäudes! Unvorstellbar für Männer, die bis vor kurzem noch an einem Tag bis zu 80 Kilometer Feindesland gewonnen haben.

Einzelgruppen kämpfen Erdlöcher, Keller und Unterstände frei.

Melder, beliebtes Ziel russischer Scharfschützen, überbringen die Befehle per Fahrrad zu ihren Einheiten in dieser unendlich lang scheinenden Stadt.

Auch er ein Held in Stalingrad? Nein. Verbittert in sich gekehrt, an Jahren noch jung, weiß er um seine Überlebenschance in dieser Hölle.

Blick in die Backstube einer Stalingrader Bäckerei.

... Der Kommandant Zariza Süd. Auf Stalingrad neugierig war keiner. Immer mehr Stadtteile befinden sich bereits in deutscher Hand. Auf freigekämpftem Territorium wird die Reichskriegsflagge gehisst. Bis auf ein paar Fabrikgelände im Norden Stalingrads scheint die Stadt genommen. Der Widerstand der Sowjets ist zwar ungebrochen, an vielen Brennpunkten aber nachlässig geworden.

Am Zentralnoje Magasin, dem Portal des zentralen Kaufhauses weht die Reichskriegsflagge.

Eine Heinkel HE 111 mit Tarnfarbenanstrich und Fallschirmabwurfbehälter steht auf dem Feldflugplatz Gumrak zum Abflug bereit.

Auf dem Flugplatz Pitomnik wird am Sonntag, dem 20. September 1942 diese Beutemaschine instand gesetzt. Wegen einer immer schwieriger werdenden Versorgungslage durch mangelnden Nachschub, wird der Gegner kurzerhand mit seinen eigenen Waffen niedergerungen.

Die Pak war im Häuserkampf unerlässlich, wie hier in den Ruinen des Traktorenwerkes.

Aus dem Graben rüber in den nächsten Graben. Und immer wieder das Risiko vom Russen niedergestreckt zu werden. Eine Gruppe Infanteristen pirscht sich an die gegenüberliegenden, von den Sowjets besetzen Gebäuden heran.

Der Zugführer dieser Infanterieeinheit weist seine Leute zum Vorgehen gegen die Russen ein.

Ein deutscher Panzer IV hat Stellung bezogen. Im unübersichtlichen Stalingrad ist der Einsatz der noch kampffähigen Panzer gefährlich, weil sie von den Russen recht mühelos aus der Nahdistanz bekämpft werden können.

Die in der Stadt verbliebene Zivilbevölkerung haust in Erdlöchern und Unterständen.

Die Ruine wird nach verschanzten Russen durchsucht.

Eine Zug Infanteristen stürmt eine russische Grabenstellung.

In der Nähe der Zarizaschlucht durchkämmt Infanterie die Trümmerwüste nach versprengten Russen.

Donnerstag, 27. November 1942. General Paulus an die Soldaten der 6. Armee.

Ende Oktober 1942 gilt Stalingrad zum großen Teil als eingenommen. Der Sieg ist zum Greifen nahe, aber in nur kurzer Zeit überschlagen sich die Ereignisse. Täglich sind die Befehle des OKW überholt und können nicht mehr befolgt werden.

Der Feldwebel nutzt einen günstigen Zeitpunkt, um zu essen.

Für den Kriegsberichter der Wochenschau wird hier ein letztes Lächeln eingefangen. In Wahrheit ist es jedem hier vergangen.

Sonntag, 30. November. General Paulus gibt seine Beförderung zum Generaloberst der Armee bekannt.

Das Grab derer, die nicht beerdigt werden können.

Mit dem Einmarsch in Stalingrad wuchs die Todesrate der 6. Armee überproportional. Die Auffrischung der Divisionen wird zwar zugesagt, kann aber nicht ermöglicht werden. So mehren sich die Gräberfelder rings um Stalingrad von Tag zu Tag.

Kontrolle eines Zivilisten in den Straßen von Stalingrad. Die Alten waren nicht selten als Spione für die Rote Armee eingesetzt.

Der Kommandeur der 71. Infanterie-Division Generalmajor Alexander von Hartmann, erhält am 8. Oktober aus den Händen von General Paulus das Ritterkreuz. General Hartmann vertrat die Ansicht, dass ein Offizier im Kampf zu fallen und nicht lebend in die Hände eines Feindes zu gelangen hat. Am 26. Januar 1943 ließ er sich von den Generalen Pfeffer, Wulz, Oberst Crome und Oberleutnant Humbert zum Bahndamm zwischen Jelschanka und Woroponowo begleiten. Dort angekommen, stellte er sich aufrechten Ganges mit seiner Pistole den Russen entgegen und schoss. Wenige Augenblicke später sackte er tödlich getroffen in sich zusammen. Am 15. Februar wurde er nachträglich zum General der Infanterie befördert.

Mit dem Sturmgeschütz durch freigekämpfte Stadtteile.

Die Männer an ihrer Pak stellen sich dem Kampf immer wieder angreifender russischer Panzer im Herbst 1942.

Hissung der Reichskriegsflagge vor markanten, für die Sowjets politisch bedeutende Gebäude. So wird diese Schlacht auch ideologisch geführt.

Für Deutschland im Osten. Ehrenhaltung zur Fahnenhissung.

Für sie haben die Entbehrungen gesiegt. Die Truppe ist völlig abgekämpft und die Mehrzahl der Soldaten ist psychisch gebrochen.

Noch immer wird um die zerstörten Bahnanlagen gekämpft.

Und noch immer wechselt der Bahnhof Stalingrad I. den Besitzer. Ist er von den Russen gesäubert, wird er zwei Tage später wieder von ihnen eingenommen.

Dieser Infanterie -Trupp durchkämmt die Hallen des zerstörten Elektrizitätswerkes im Süden der Stadt nach versprengten sowjetischen Kräften.

Soldaten der 389. Infanteriedivision schlagen sich durch die Hallen der Geschützfabrik "Rote Barrikade".

Die Geschützfabrik galt neben dem Panzerwerk als strategisch wichtiges Ziel ausgeschaltet zu werden.

Infanteristen durchkämmen die Werkhallen der Geschützfabrik.

In den Straßen Stalingrads wüten die Flammen und zerstören der Bevölkerung das, was Bomben und Granaten nicht geschafft haben. Am Ende ist bis auf das nackte Leben alles verloren.

Deutsche Panzerspähwagen patrouillieren die Stadtrandsiedlungen im Süden der Stadt.

Die Bedingungen verschlechtern sich zusehends. Ende Oktober muss Munition bereits rationiert werden, weil der Nachschub immer schwieriger zu organisieren ist, teilweise sogar ausbleibt. Ein MG-Trupp hält mit seinem MG 34 den Russen nieder.

Blick auf die Arbeitersiedlung an der unteren Zariza entgegen der Wolga.

Infanteristen kämpfen sich zwischen den Trümmern eines Fabrikgeländes mit Unterstützung eines Sturmgeschützes vor.

Steckschuss. Notversorgung eines Kameraden durch den Sanitäter. Sollte dieser Soldat nicht ausgeflogen worden sein, so hat er mit dieser Verwundung Stalingrad nicht überlebt.

Eine Artillerie-Batterie verschießt seine letzten Granaten. Danach wird das Geschütz unbrauchbar gemacht.

Patrouillen durchstreifen eine Stadtrandsiedlung nach Freischärlern und Partisanen.

Nur im Schutze dieser Balkas, wo sich auch das wesentliche Leben der Stalingrader abspielte, konnte man noch sicher aufrecht gehen, die kämpfende Truppe an vorderste Linie versorgen oder Verwundete abtransportieren.

Hohlwege, Laufgräben und Balkas, das waren in Stalingrad die Versorgungswege geworden. Hier der sichere Abtransport eines toten Kameraden. Niemals wurde die Anzahl der Ausfälle durch Auffrischungen ersetzt. So blieben dem Armeeführer Paulus von Beginn an wenige Optionen.

Aus den Gräben der Straßen wird auf alles geschossen, was sich bewegt. Das Vorgehen entscheiden die Kräfte vor Ort, entscheidet der Munitionsvorrat oder die verbliebene Personalstärke der Gruppe. Führungsgerechte Befehle verlieren sich immer öfter im Gewirr des Gemetzels.

Munition gibt es nur noch auf Zuteilung. Diese Männer haben eine Kiste ergattert und schleppen sie zu ihrer Stellung.

Vor dem provisorischen Bunker einer Funkerabteilung auf der Höhe 107,5 positionieren sich für das Erinnerungsfoto ein Truppführer und zwei seiner Männer.

Mittwoch, 4. November 1942. Der Kommandeur des Kampfgeschwaders II. Gruppe, Kampfgeschwader 27 "Boelcke", Ritterkreuzträger Reinhard Major Günzel gibt vor dem neuem Angriff letzte Befehle.

Die deutsche Wochenschau berichtet im November 1942 über den Kampfraum Stalingrad. (Film, DivX-Treiber notwendig)

General Paulus bei einem Gespräch zwischen Generaloberst Freiherr v. Weichs (links) und General der Artillerie v. Seydlitz.

Ein von den Russen über Stalingrad 1942/43 abgeworfenes Massenflugblatt.

In den Trümmern einer Fabrikhalle hat man ein Geschütz der Flakartillerie herangefahren, um immer wieder vordringende russische Panzer abzuwehren.

Aus der Rede Adolf Hitlers anlässlich des Gedenkens an den Putsch von 1923 zu den alten Kämpfern im Münchener Löwenbräukeller am Sonntag, dem 8. November 1942. (mp3)

Etwa 29.000 Pferde waren mit nach Stalingrad gezogen. Sie dienten an Protzen, Planwagen oder in Reiterkompanien. Nie hätte man sich denken können, den treuen Freund und Begleiter nun verzehren zu müssen. Mit der von Tag zu Tag schwieriger werdenden Versorgungslage der Armee und der damit einsetzenden Hungersnot, begann man die Pferde zu schlachten.

November 1942, Gruppenbild

Ungewöhnlich zeitig, nämlich bereits am 22. Oktober sanken die Temperaturen drastisch und der erste Schneefall setzte ein. Und wieder unvorbereitet, ohne Winterausrüstung, wie schon ein Jahr zuvor in Moskau, traf der frühe Winter die Truppen der 6. Armee zusätzlich hart. Die weiße Schneedecke ließ die Straßen der Feuerstadt mit ihren Häuserruinen, ihrem Kriegsschrott und ihren Erdaufwürfen bizarr erscheinen.

Diese zwei Infanteristen bedienen sich russischer Maschinenpistolen, die sie irgendwo in der Stadt erbeutet hatten.

Blick auf ein paar Bauernkaten am Fuße der mehrfach schwer umkämpften "Höhe 102" (Mamajew-Hügel).

Auf der "Höhe 102" mit Blickrichtung nach Westen. Hier im Berg eingelassen befand sich in riesigen Behältern der Vorrat an Süßwasser für die Stadt. Der Grund aber für die ununterbrochenen Einnahmeversuche war der, dass der Mamajew-Hügel als größte Anhebung in Stalingrad das Land ringsum kilometerweit einsehbar machte.

Ein schnelles Erinnerungsfoto, dass man auch wirklich dagewesen ist.

General Paulus verschafft sich von Gumrak her einen Überblick nach Süden, wo in den Nordbezirken Stalingrads noch immer heftige Kämpfe wüten. Der Russe setzt unvermindert immer neue Kräfte frei, führt frische Truppen aus Sibirien heran, holt Marineinfanteristen in die Stadt und lässt mit einer Armada von Flugzeugen das Stadtgebiet bombardieren, dass die militärische Situation der 6. Armee von Tag zu Tag dramatischer wird.

Für die Besatzungen der Luftflotte 4 wird in den kommenden Tagen und Wochen ein Höchstmaß an Einsatz abverlangt werden. Ihnen obliegt die Versorgung einer Armee aus der Luft, ein Vorhaben, dass nie gelingen wird.

Erinnerungsfoto für zu Hause.

In einem zertrümmerten Straßenzug lässt man sich auf Bild bannen, weil das, was sich hier in Stalingrad abgespielt hat, später niemand fassen wird, der nicht dabei gewesen ist.

Männer einer Nachschubeinheit haben sich zum Gruppenfoto versammelt. Keiner weiß ob der andere morgen noch am Leben ist. Wie oft sie damit recht behalten sollten...

Mühsam wird Kraftstoff in die JU 52 verladen, den die Armee für die Aufrechterhaltung ihrer Bewegung so dringend benötigt. Die Zuteilung reicht vorn und hinten nicht. Die Besatzungen von Panzerkampfwagen stehen nun nicht nur ohne Munition da, sondern müssen wegen Treibstoffmangel ihre Fahrzeuge zurück lassen.

Aus einem der letzten Kriegsberichte über die Straßenkämpfe an der Wolgametropole. (mp3)

Die Skizze der militärischen Lage am Mittwoch des 18. November 1942 und die Stellung der russischen Offensive. Am 18. November erfolgt ein letztes Aufbegehren gegen die übermächtigen Russen. Die gigantischen Nachschubmassen an Mensch und Material der Sowjets erscheinen unerklärlich und unbegrenzt.

General Paulus auf dem Flughafen Gumrak. Von hier aus befahl er in den letzten Monaten seine Armee, für die es mit dem Einmarsch in Stalingrad kein Entrinnen mehr geben sollte.

Auch hier wieder ein Gruppenbild aus der Flammenstadt Stalingrad für das Album der Kriegserinnerungen.

In den verbliebenen Häusern des Stadtrandes hat man sich so gut wie möglich für die Überwinterung eingerichtet. Schneller als gedacht werden diese schützenden Behausungen verlassen werden müssen. Seit geraumer Zeit plant die Rote Armee einen noch nie dagewesenen Großangriff auf Stalingrad und erzwingt die Einkesselung der 6. Armee von Kalatsch her.

Eisige Kälte bei gemessenen minus 35 Grad und akute Versorgungsprobleme erschweren die Kampfhandlungen mit dem zähen und immer stärker werdenden Gegner. Die letzten beweglichen Panzer bahnen sich den Weg um die Stadt. Als die sowjetischen Armeen den Kessel um Stalingrad bei Kalatsch schlossen, ist er etwa 63 Kilometer lang und 38 Kilometer breit.

Am Donnerstag des 19. November 1942 um 5.00 Uhr morgens, als die 6. Armee in Stalingrad noch einmal antritt, um die letzten sowjetischen Stellungen zu stürmen, brechen die Sowjets mit vier Armeen und einem Panzerkorps mit über 500 (!) Panzern durch die rumänischen Frontabschnitte an der Nord- und Südflanke der 6. Armee und jagen auf Kalatsch am Don zu. Dieser Armada ist nichts entgegenzusetzen. Kalatsch fällt am 23. November 1942 in russische Hand und damit ist der Kessel um Stalingrad geschlossen. Das Schlachten und Verbluten einer deutschen Armee beginnt.

Am Montag des 23. November 1942 beginnt die Versorgung der eingeschlossenen Verbände durch die deutsche Luftwaffe. Hier eine JU 52 bei der Abfertigung auf dem Flugplatz Morosowskaja. Niemals aber ereicht man die notwendige Tonnage zur Aufrechterhaltung der Kampfkraft der Armee. Ein Großteil der Maschinen der Luftflotte 4 wird bei dieser Operation verloren gehen.

Die russische Großoffensive erstreckt sich von den Don-Brückenköpfen bei Kletzkaja und Serafimowitsch bis nach Stalingrad. Sowjetische Bomben, Artillerie, Mörser und Panzergranaten vernichten die totwunden Häuserviertel Stalingrads. Die Stadt gleicht einem Flammenmeer und die letzten Zivilisten und Wehrmachtssoldaten kämpfen ums Überleben.

Skizze des Kessels an der Wolga.

Soldaten werden zerfetzt, Kinder, Mütter und Greise sind Beute der Flammen, Fahrzeuge und Gebäude verwandeln sich zu Asche und Rauch. Überall zwischen den Explosionen russischer Bomben und Granaten das qualvolle Schreien, das Wimmern und Seufzen verstümmelter Körper. Im Höllenmeer an der Wolga wird verblutet, krepiert und verreckt. Das hat der Krieg noch nicht gesehen.

Paulus Funkspruch an das OHK vom 23. November 1942. Der gehorsame Paulus weiß bis jetzt noch nicht, dass sein Schicksal und das seiner Männer bereits besiegelt ist. Es wird keine Hilfe geben. Keiner wird die Armee heraushauen.

Der Plan für die Einkesselung der 6. Armee im November 1942 nach General Schukow (sowjetischer Oberbefehlshaber der Stalingrader Front).

Die Sowjets vernichten mit urgewaltiger Kraft Ihre einstige Metropole bis auf die Fundamente. So etwas haben die Soldaten der 6. Armee während des gesamten Krieges noch nicht erlebt. Keiner begreift in diesen Stunden, woher der Russe eine derartige Schlagkraft, eine derartige Konzentration seiner Kräfte und die Massen an eingesetzter Kriegstechnik nimmt.

An den Steilhängen der Wolga, geschützt von der direkten Einwirkung der Schlacht, scheint das Leben der russischen Bevölkerung fast Normalität zu besitzen. Ihre Behausungen haben sie in die Hänge gegraben.

Die Feldpostleitstelle 547 der 6. Armee in Awdejewka im Januar 1943. Ein Großteil dieser Post erreichte seine Empfänger nicht mehr.

Transportstaffeln der Luftwaffe bei der Entladung von Feldpostsäcken. Die Feldpost wurde nunmehr nachrangig behandelt. Das gleiche galt für die Lebensmittelversorgung. Die Maschinen transportierten in erster Linie die vom Oberkommando befohlenen Treibstoffe und Munition aller Art.

Eine FC 200 Condor während eines Versorgungsaufenthaltes auf dem Flugplatz Pitomnik im Dezember 1942.

Der auf Befehl des Führers völlig handlungsunfähig gewordene Paulus mit einigen seiner Kommandeure.

Eine versprengte Gruppe deutscher Soldaten schlägt sich durch das Bahnhofsgelände.

Freitag, 18. Dezember 1942. Fernschreiben des AOK 6 an die Heeresgruppe Don mit Antrag zur Frontverkürzung.

Schwieriger Heutransport für die verbliebenen Pferde. Ohnehin sind nur noch russische Panjepferde zu gebrauchen. Sie sind der extremen Witterung und den Strapazen gut gewachsen. Alle mitgebrachten, im Kessel verbliebenen Pferde werden restlos verzehrt, bis die Soldaten vor Hunger selbst die Hufe auskochen müssen, um eine Suppe herzustellen.

Der noch in deutscher Hand befindliche Flugplatz Pitomnik. Eiligst werden die ankommenden Maschinen entladen und zum Rückflug mit Verwundeten belegt.

Panzersicherung auf verlorenem Posten etwas außerhalb der Stadt. Die Temperaturen nehmen täglich ab und die deutsche Technik droht schlichtweg einzufrieren. Die Fahrzeuge können wegen Spritmangels nicht am Laufen gehalten werden. Verschlüsse der Maschinengewehre werden kurzzeitig mit Petroleum einsatzbereit gehalten bis auch diese einfrieren.

Bespannte Einheiten führen den letzten und immer unzureichenden Nachschub in die Stadt. Die im Sommer mitgeführten Pferde sind den Strapazen lange nicht mehr gewachsen. Zum Einsatz kamen die kleinen, gedrungenen Panjepferde.

Der Karren festgefahren, die Kräfte am Ende, der südrussische Winter unbarmherzig - solche Schwierigkeiten waren bis vor wenigen Wochen unvorstellbar.

Bei um die minus 40 Grad war kein deutscher Kampfwagen mehr funktionsfähig. Er blieb eingefroren liegen. Die Motoren zerplatzten, die Schlösser der Paks verklemmten und waren nicht mehr zu gebrauchen. Bald gab es auch kein Petroleum mehr, um die Maschinenpistolen der Infanteristen in Gang zu halten. So schwanden die Chancen sich des von allen Seiten angreifenden Russen zu wehren.

Diese Männer einer italienischen Division aus dem warmen Mitteleuropa weinten vor schmerzender Kälte, als sie fotografiert wurden.

Noch haben vereinzelte Trecks des Nachschubs an wenigen Stellen unbehelligt freien Zugang zur Stadt, Die Russen indes haben durch die Einnahme Kalatschs riesige Bestände an Kriegsmaterialen, Munition, Verbandszeug und Lebensmitteln der Wehrmacht erbeutet. Mittel, die der 6. Armee als "stille Reserve" wochenlang vorenthalten wurden.

Kriegsschrott an der ehemaligen italienischen Front.

Die Zusammenführung der noch intakten Technik gestaltet sich als äußerst schwierig. Von überhall her werden die verbliebenen Kräfte der aufgeriebenen Verbände neu organisiert, um der immer mehr um sich greifenden Auflösung Einhalt zu gebieten.

Die Maschinen auf dem noch mit allen Anstrengungen in deutscher Hand befindlichen Flugplatz Gumrak müssen von den Schneemassen befreit werden.

Ohne Zeitverschwendung entlädt man in Gumrak die JU 52, um sie dann mit Schwerstverletzten ausfliegen zu lassen. Viele Flugzeuge werden mit ihrer menschlichen Last Opfer feindlicher Flak und Jäger.

Deutsche Bomber He 111 auf dem Flugplatz Pitomnik im Dezember 1942.

Letzte Spritfässer können noch nach Pitomnik eingeflogen werden, die allerdings nie auch nur annähernd einen Bedarf decken können.

Verladung an einer JU 52 Anfang Januar 1942.

Während der Pilot seine JU 52 betankt, werden wichtige Stabsakten und Materialien, die den Russen nicht in die Hände fallen sollen, aus dem Kessel gebracht.

Ausgekochtes Pferdefleisch hilft den schmerzhaften Hunger zu bändigen. Brot gibt es scheibenweise auf Zuteilung, Fett und Konserven sind nicht mehr offiziell zu erhalten.

Einzelkämpfer und zufällig zusammen gewürfelte Männer kämpfen mit den Widrigkeiten des Schicksals einen längst verlorenen Kampf. Hier eine MG-Stellung in den Trümmern der Stadt.

Ein paar übrig gebliebene Männer verwenden die letzte Munition ihres Pak-Geschützes, um sich die Russen vom Hals zu halten. Kurz darauf werden sie überrannt.

Mit dem Einschluss der 6. Armee in Stalingrad versichert Reichsmarschall Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, knapp 300.000 Mann aus der Luft zu versorgen zu können. Nie wurde der errechnete Mindestbedarf für die Truppe erreicht. Als die Anflüge immer gefährlicher wurden und der Verlust an Mensch und Maschine dramatische Ausmaße annahm, wurden diese Versorgungsbomben über dem Kessel abgeworfen, die ein Überleben ermöglichen sollten.

Eine dieser Versorgungsbomben im freien Fall. Viel zu oft landen diese "Hilfssendungen" in russische Hände oder werden erst gar nicht aufgefunden. Eigenmächtige Öffnungen von Versorgungsbomben waren strengstens verboten und wurden mit Erschießen bestraft.

Bergung einer Versorgungsbombe. Mit dem Ende der Kämpfe in Stalingrad, ist auch die deutsche Transportluftwaffe für immer ausgeblutet. Dieser Verlust wird für den Rest des gesamten Krieges nie mehr ausgeglichen werden können.

Die "Madonna von Stalingrad" - Sie wurde im Kessel vom Theologen und Arzt Dr. Kurt Reuber auf die Rückseite einer russischen Landkarte für seine verwundeten und sterbenden Kameraden gezeichnet. Am Heiligen Abend 1942 versammelten sich einige Soldaten vor dieser Mutter mit dem Kind, um zu beten. Dr. Reuber war es nicht vergönnt nach Hause zurückzukehren. Er starb am Donnerstag des 20. Januar 1944 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

Weihnachten 1942 in Stalingrad. Das in Quedlinburg stationierte Musikkorps des Infanterieregiments 211der 71. Infanteriedivision mit der Feldpostnummer 25546. Die Angehörigen des Musikkorps wurden hauptsächlich als Sanitäter, im Stabsdienst oder zum Transport von Verwundeten eingesetzt. Alle in Stalingrad eingesetzten Angehörigen des Musikkorps, außer Oberarzt Dr. Josef Rox (Rückkehr aus der Gefangenschaft im Januar 1950), gelten als vermisst oder später in Kriegsgefangenschaft verstorben. Es ist nicht bekannt, dass nur einer der Männer bei den Kampfhandlungen gefallen ist, aus dem Kessel ausgeflogen wurde oder (bis auf Dr. Rox) aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte.

Flugblattsondermeldung vom 1. Januar 1943 vom Informationsbüro der Sowjetunion.

Aus der Weihnachtsringsendung vom Donnerstag, dem 24. Dezember 1942. Mit der zur damaligen Zeit technischen Meisterleistung, zog man mit dieser Ringsendung über alle Radiostationen eine Brücke zwischen Front und Heimat. (mp3)

General Paulus sichtlich am Ende. Ein Ausbruchsversuch ist ihm von Hitler persönlich verboten worden. Er muss zusehen wie seine Armee dem Tode geweiht ist.

Am Freitag des 8. Januar 1943 um 10.00 Uhr überbringen drei russische Offiziere mit einer erhobenen weißen Fahne Generaloberst Paulus das Ultimatum der ehrenvollen Kapitulation vom Oberbefehlshaber der Don-Front, Generalleutnant Rokossowski. Das Ultimatum wird abgelehnt. Hitlers Befehl lautet: "Stalingrad ist unter allen Umständen zu halten! Kapitulation ausgeschlossen!"

Am 10. Januar, 10.02 Uhr eröffnen 5.000 sowjetische Geschütze und Mörser, Raketen- und Minenwerfer eine noch nie dagewesene Kanonade. Die Erde bebt einem Zerbersten gleich, der Himmel färbt sich glutrot, der beißende Pulverdampf nimmt die Luft zum atmen, zerfetzte Leiber verfärben den Schnee hellrot blutig, abgerissene Körperteile und Eingeweide verteilen sich ringsum, Mensch und Tier werden in Erdlöchern, Bunkern und Kellern zerrissen, von herabstürzenden Betondecken zerquetscht, umher fliegenden Trümmern erschlagen und zwei Stunden lang werden 12 deutsche Divisionen, 540 Kompanien, 64 Artillerie-Batterien, 31 Flak-Batterien, 52 Panzerjäger-Kompanien und über 150 andere Kampfgruppen, Trosse, Stäbe, verstreute Einheiten, Wehrmachtsbeamte usw. in die Erde gepflügt. Danach beginnt eine gewaltige Armada der sowjetischen Luftflotte mit der Bombardierung jedes Quadratmeters innerhalb des Einschließungsringes und ihnen folgen mehrere hundert Panzer mit tausenden Rotarmisten zum Sturm in den Kessel. Der Todeskampf der 6. Armee hat begonnen. Diesem Inferno, dem Vorhof der Hölle, entrinnen nur wenige.

Die Lage im Kessel vor dem 10. Januar 1943 nach einer Skizze von Generalfeldmarschall Friedrich Paulus.

Und noch einmal werden die letzten zusammengeführten Feldpostbriefe für den Ausflug verpackt. Ob die Maschine, die diese Briefe mitnehmen wird, einen Flugplatz weit außerhalb des Kessels erreicht, scheint ungewiss. Sollten die Feldpostbriefe ihre Empfänger jemals erreichen, werden die meisten ihrer Schreiber - Söhne, Väter, Ehemänner, Brüder nicht mehr am Leben sein.

"Passierschein" für die Soldaten der 6. Armee, wie sie zu Tausenden als Flugblatt von den Sowjets über Stalingrad abgeworfen und zumeist nur belächelt wurden. Ein Wehrmachtssoldat gibt nicht auf. Russische Kriegsgefangenschaft bedeutete innerhalb kürzester Zeit den sicheren Tod.

Mit vereinten Kräften verschaffen die ausgemergelten Männer dem LKW in der tief verschneiten Schneewüste die Zufahrt zu einem JU 52 Transportflugzeug auf dem Flugplatz Pitomnik. Der Russe rückt immer näher und verengt den Kessel. Die Versorgung aus der Luft ist gescheitert. Kaum mehr einer Flugbesatzung der Luftflotte 4 gelingt es, seine Last über die eingekesselte Armee abzuwerfen. Zu stark ist die russische Luftwaffe geworden.

Fieberhaft versucht das verbliebene Personal den Flugplatz Gumrak zu räumen. Vergeblich -  der Hauptverbandsplatz fällt in die Hände der anstürmenden Roten Armee. Die Verwundeten müssen aufgeben werden und sind dem Russen wehrlos ausgeliefert. Mit dem Feldspaten oder dem aufgepflanzten Bajonett rückt man den verwundeten und sterbenden zu Leibe. Russenpanzer walzen über die Lazarettzelte und zermalmen alles, was sich in ihnen befindet. Dieser tausendfache Massenmord, dieses Schlachten todkranker Menschen am Flugplatz Gumrak im Januar 1943 in Stalingrad wird für immer ungesühnt bleiben.

Sterben erlangte in Stalingrad eine völlig neue Bedeutung. Die Gesichter der Soldaten einer verratenen Armee erstarrten zur ausweglosen Hoffnungslosigkeit.

Mehr und mehr war der Verlust an Männern nicht mehr den Kampfeinwirkungen zuzuschreiben, sondern den Umständen mangelhafter Verpflegung, Erschöpfung und Erfrierung.

Vorgelesene Feldpostbriefe aus Stalingrad. (mp3)

 

 

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