Stalingrad - Bilder einer erbitterten Schlacht

Stalingrad - Bilder einer erbitterten Schlacht

Der Kampf um Stalingrad in einer Dokumentation von Bildern, Fotos, Karten, Filmen, Plänen, Berichten und Beschreibungen.

 

 

Startseite  -  Vorwort  -  Stalingrad vor dem Krieg  -  Vormarsch nach Osten  -  Kampf um die Stadt  -  Ende der Schlacht

Kriegsgefangenschaft  -  Bilder der Zerstörung  -  Relikte der Schlacht  -  Adressen und Auskünfte  -  Zeitzeugen - Tonbildfilmarchiv

 

 

Ende der Schlacht

 

Am 16. Januar 1943 notiert Kriegsberichter Herber unter sein Foto: Panzerfriedhof westlich Stalingrad. Bei vergeblichen Angriffen auf eine Höhe verloren die Sowjets innerhalb weniger Tage 150 Panzer. Ihr gesamter Einsatz an Menschen und Material blieb umsonst.

Aufnahme des Kriegsberichters Dieck vom 18. Januar 1943. Im Raum südwestlich von Stalingrad stoßen Kradschützen einer Panzer-Division den Sowjets nach. Für Propagandazwecke in der Heimat mögen diese Fotokommentare noch Sinn gehabt haben, Kradschützen gegen russische Panzer allerdings ergeben ihn nicht.

Überbleibsel der italienischen Front, an der die Sowjets zuerst durchbrachen.

Einer der letzten Feldpostbriefe, die aus dem Kessel kamen. Briefe wie dieser lassen in die verblutete Seele eines Jungen blicken, der auf Befehl 3000 Kilometer weit nach Osten geschickt wurde, um dort einen Kampf zu fechten, den er nicht gewinnen konnte.

Das Ende der Überlebenden der 6. Armee naht unaufhaltsam. Die sowjetische Propaganda nutzt mit diesen Abwurfzetteln den bevorstehenden Sieg über Stalingrad.

Bei klirrender Kälte werden auf dem verbliebenen Flugplatz Pitomnik Schwerstverwundete in die sofort wieder abflugbereiten Maschinen gehievt. So konnten insgesamt noch etwa 24.910 Verwundete abtransportiert werden. Die Masse blieb jedoch Ihrem grausamen Schicksal überlassen.

Der Schneeaufwurf ist in vielen Fällen der einzige Schutz vor den eisigen Winden geblieben, die da aus Osten zur Wolga hinübergetragen werden.

Die Motoren der JU 52 sind mit Wärmeschutzhauben abgedeckt, um der Kälte zu trotzen. Die Betriebsbereitschaft der Flugzeuge zu erhalten ist ein Kraftaufwand ohne Gleichen.

Stalingrads Versorgung aus der Luft wurde zum Opfergang für die Luftwaffe. Etwa 550 Maschinen Totalverlust standen zu Buche. Das heißt, ein Drittel der eingesetzten Maschinen blieb mit ihren Besatzungen auf der Strecke. Sie waren Opfer von Wetter, Flak und Jägern. Der Wahnwitz nimmt seinen Lauf. In Kanistern wird Kraftstoff nach Pitomnik eingeflogen und verwundete mit Transportschein ausgeflogen. Das Bunkervolumen eines Panzer IV betrug knapp 700 Liter Sprit. Sein Geländekraftstoffverbrauch lag bei etwa 300 Liter auf 100 Kilometer.

Auf dem Feldflugplatz Morosowskaja werden Schweinehälften für die etwa 240.000 eingekesselten Soldaten verladen. Die Anlieferung des täglich notwendigen Versorgungsbudgets wird nicht einmal in der Mindestmenge erreicht werden. Bereits am 24. November 1942 gab der Oberquartiermeister der 6. Armee die Kürzung des Verpflegungssatzes auf nunmehr 300 g tägliche Brotration bekannt, wenig später auf 200 g. Die Zufuhr von Munition und Betriebsstoff hatte Vorrang. Verwundete und Kranke erhielten keine Nahrung mehr, um den Rest der Truppe kampffähig zu halten. Allein 40 Tonnen Brot brauchten die Verteidiger im Kessel täglich.

Die mit einem Transportberechtigungsschein glücklichen Männer dürfen noch ausgeflogen werden. Wer sonst noch raus kommt hat einfach Glück gehabt oder der Zufall hat ihm geholfen. Heftige Auseinandersetzungen und Dramen spielen sich um die Plätze in den Maschinen ab.

Auf dem Weg weg vom Inferno irrt eine verstreute Gruppe mit verletzten Kameraden durch die eisige Schneelandschaft.

Bruchlandung auf der Landepiste Pitomniks. Diese JU 52 ist verloren und wird eiligst entladen. An Versorgungsgut wurden der 6. Armee in 70 Einsatztagen 6.591 Tonnen überflogen, die sich auf die einzelnen Versorgungsphasen folgendermaßen verteilen:

25.11. – 29.11.1942     269 Tonnen
30.11. – 11.12.1942  1.167 Tonnen
12.12. – 21.12.1942  1.377 Tonnen
22.12. – 11.01.1943  2.414 Tonnen
12.01. – 16.01.1943     300 Tonnen
17.01. – 23.01.1943       90 Tonnen
24.01. – 02.02.1943     779 Tonnen

Betriebsstoff:      1.648 Kubikmeter
Munition:            1.122 Tonnen
Verpflegung:       2.020 Tonnen
Verschiedenes:     129 Tonnen
Rücktransport:  24.910 Verwundete und Kranke

Eine andere JU muss in Gang gebracht werden, weil die eisige Kälte den Start der Motoren versagen lässt.

Räumtrupps halten die Start- und Landeplätze vom Schnee frei, während hunderte andere Kameraden der Hoffnung sind ausgeflogen zu werden. Für die meisten wird sich diese Hoffnung nicht erfüllen.

Anflug einer JU 52 auf Pitomnik.

Soldaten bergen die eben von einer Transportstaffel abgeworfenen Versorgungsbomben. Einige Soldaten tragen nur ihre Sommeruniformen in der Eiseskälte.

Abtransport von Schwerverletzten aus dem Kessel. Der Kriegsberichter einer Propaganda-Kompanie lässt die Kamera lieber ausgeschaltet. Diese Bilder taugen nicht für die deutsche Wochenschau.

Wie aneinandergereiht stehen die stummen Zeugen der Kämpfe in Stalingrads Ruinenstraßen herum.

In Sommeruniformen halb erfrorene Soldaten stürmen eine gerade gelandete JU 52 auf dem Flugplatz Pitomnik. Die Szenen, die sich hierbei abspielen sind nicht zu beschreiben. Frierende versuchten sich an den Motoren der Maschinen zu wärmen, die der Pilot zur schnellen Startbereitschaft gar nicht erst abstellte. Einige bezahlten ihre Unachtsamkeit mit dem Leben. Sie wurden von den rotierenden Motorflügeln enthauptet.

Eine JU 52 kämpft gegen die ungünstigen Startverhältnisse ums Abheben. Der Kampf der Luftflotte 4 zur Versorgung der Armee unterlag hohen Verlusten, von der sich die deutsche Luftwaffe nie mehr erholen sollte. Vom 24. November 1942 bis zum 31. Januar 1943 waren durch feindliche Jäger, Flak oder sonstige Einflüsse folgende Flugzeuge verlorengegangen:

Ju52:     266
He 111: 165
Ju 86:     42
FW 200:   9
He 177:    5
Ju 290:     1

Das waren 488 Flugzeuge mit insgesamt etwa 1.000 Mann, die bei den Abstürzen den Tod fanden. Oder anders ausgedrückt: Fünf Geschwader - ein ganzes Fliegerkorps!

Mit vereinten Kräften versucht das Bodenpersonal die Junkers in die Startposition zu schieben.

Eine Luftversorgung durch die Luftflotte 4 erwies sich als völlig unmöglich. Selbst bei optimalen Bedingungen - gutes Wetter, voll einsatzfähige Maschinen und freier Anflug ohne Feindkontakt wäre eine andauernd ausreichende Versorgung nicht zu gewährleisten gewesen.

Eine Auswahl von auszugsweise 39 Feldpostbriefen zeigt die Stimmung der Soldaten kurz vor dem bitteren Ende. Das Führerhauptquartier hatte angeordnet, Briefe aus der belagerten Stadt einzuziehen, um die Moral der Truppe zu ergründen. Als im Januar 1943 eine der letzten Maschinen aus dem Kessel in Nowo-Tscherkask landete, wurden sieben Postsäcke beschlagnahmt, die Briefe geöffnet, Anschrift und Absender entfernt und nach Tendenzen sortiert. Mit Übergabe dieser Briefe an das OKW sollte ein Beauftragter ein Dokumentarwerk über die Kämpfe an der Wolga verfassen. Das Material allerdings war so niederschmetternd, dass Reichsminister Goebbels persönlich die Untragbarkeit für das deutsche Volk entschied. Die authentischen Abschriften verbrachte man in das Heeresarchiv Potsdam.

Mittwoch, der 20. Januar 1943. In der Stunde des Todes ein letzter Brief an die Eltern vom.

Die Straßenverbindung zwischen Stalingrad und Pitomnik. Als am 16. Januar der Flugplatz Pitomnik in russische Hand fiel, säumten Tausende Leichen und sterbende Leiber diesen Weg in der Eiswüste, auf der verzweifelten Flucht vor der Übermacht der Roten Armee und in der Hoffnung vielleicht doch noch von einer Maschine aus dem Kessel geflogen zu werden.

Andere, wegen Munitionsmangel kampfunfähige Gruppen verschanzen sich in der Stadt und harren der Dinge, die da kommen werden.

Die mit noch lebenden und starr gefrorenen Körpern übersäte Straße zum Flugplatz von Pitomnik. Der infernalische Untergang der 6. deutschen Armee findet hier sein jähes Ende.

Verwundete erfroren, andere verhungerten und wieder andere brachen vor Erschöpfung tot zusammen. Die klirrende Kälte erhielt den gefrorenen Leibern für Wochen das Aussehen, welches sie in der Stunde des Todes trugen.

Auf ein wenig Essbares hoffend hat mit dem Essgeschirr in der Hand diesen Soldat die feindliche Kugel getroffen. Seinen Leichnam wird man nach den Kämpfen mit Tausenden anderen in einen Bombentrichter verscharren oder verbrennen.

Ein schwerstverwundeter hat den Kampf mit den Widrigkeiten verloren. Hunger macht wahnsinnig. In Stalingrad ist erstmals zu beobachten, dass an frischen Leichen Teile von Waden, Oberschenkeln oder Gesäß herausgeschnitten sind.

Aus einer der letzten JU 52 werden Munition und Waffen abtransportiert und Schwerstverwundete, die es bis hierher geschafft haben ausgeflogen. An den eisigen Tragflächen klammern sich verzweifelte Menschen. Als der Maschine es gelingt abzuheben, stürzen sie wenige Augenblicke später aus großer Höhe zu Boden. Einige Flugzeugbesatzungen können sich nur noch erwehren, indem sie in die graue, stöhnende Menge schießen.

Nach einem Feuerüberfall der Russen hier die durch eisige Kälte erstarrten, zerfetzten Leiber einer Wagenkolonne. Um sie herum färbst sich der Schnee blutrot. Erst im Frühjahr des Jahres 1943 wird man ihre aufgetauten und verwesenden Körper unterpflügen. Noch Jahrzehnte danach wird es nicht gelungen sein, die Schatten dieser fürchterlichen, menschenverachtenden Schlacht zu beseitigen.

Blick auf die Funkleitstelle des AOK 6 unmittelbar vor ihrem Abbau.

Das treue Pferd - apathisch und von seiner Umgebung gezeichnet.

Der zerfetzte Leichnam eines Infanteristen am Stadtrand von Stalingrad.

Der Russe ist bereits bis in die Stadt eingedrungen. Überlebende Soldaten der 6. Armee werden aus Kellern, Bunkern und Häuserruinen getrieben und in die Kriegsgefangenschaft geführt.

Die Beerdigung toter Kameraden im Verteidigungsgraben, in Erdkuhlen, Bomben- oder Granattrichtern war wegen des hart gefrorenen Bodens und der ständigen Feindeinwirkung tiefer nicht möglich.

Die Gliedmaßen erfroren und abgefault, unversorgte Schussverletzungen, so krauchen vor Schmerzen gekrümmt die ausgemergelten Gestalten der einst ruhmreichen 6. Armee ziellos durch die tote Stadt. Sie haben keine Chance die kommenden Tage zu überleben.

Die Todeskandidaten für dir bevorstehende russische Kriegsgefangenschaft schleppen sich ins Nirgendwo.

Die Gliedmaßen erfroren und vom Hunger ausgehöhlt wankt dieser Soldat dem Ungewissen entgegen.

Geflochtene Strohschuhe als Schutz vor der umbarmherzigen Kälte tauschte man bei der Stalingrader Bevölkerung gegen anderes Brauchbares ein. Die Russen zwangen die Männer bei der Gefangennahme diese Überschuhe auszuziehen, um sie dann an die Pferde zu verfüttern.

Am Sonnabend des 30. Januar 1943 hält Reichsmarschall Hermann Göring im Reichsluftfahrtministerium vor Abordnungen der Wehrmacht anlässlich des 10. Jahrestag der Machtübernahme Adolf Hitlers die bei den eingeschlossenen Truppen in Stalingrad auch als "Leichenrede" verächtete Ansprache. (mp3)

Erbeutete deutsche Technik wird von der Roten Armee übernommen, weil den Russen mit der Ringschließung bei Kalatsch ein gigantischen Nachschublager in die Hände gefallen ist. Dieses Lager hätte locker die gesamte Armee von Grund auf neu ausrüsten können. Weshalb diese Mengen an Schwarzbeständen zurückbehalten wurden, ist ungeklärt. Während der Stalingrader Schlacht gingen nach Hochrechnungen im Schnitt auf einem Frontquadratkilometer etwa 8.000 Tonnen Stahl nieder. Hinzu kamen die nicht zu beziffernden Massen an technischen Stahlschrott. Um das alles verwerten zu können, errichteten die Sowjets nach dem Krieg in Stalingrad eigens ein Stahlwerk, welches über viele Jahre diesen Eisenschrott als Rohstoff zur Stahlherstellung nutzen konnte.

Am 25. und 26. Januar 1943 fliegen Kampfgeschwader mit ihren Stukas noch einmal letzten Angriffe auf bolschewistische Nachschubtransporte.

Mit seiner Ausgabe vom 27. Januar 1943 berichtet das kleine Wiener Volksblatt über den heroischen Widerstand in den Ruinen von Stalingrad.

Seite 2 vom kleinen Wiener Volksblatt.

Am 25. Januar schreibt das Großenhainer Tageblatt über die 6. Armee, ihrem heldenhaften und aufopfernden Kampf gegen die erdrückende Übermacht.

Einen Tag zuvor zum Generalfeldmarschall ernannt, wird Friedrich Paulus am Sonntag des 31. Januar 1943 vor seinem letzten Befehlsstand des Zentralen Kaufhauses von den Russen in Gewahrsam genommen. Am 22. November war nach dort vom Flugplatz Gumrak umgezogen. Damit war der Südkessel praktisch von den Russen eingenommen. Im Norden der Stadt kämpften General Streckers Soldaten noch immer gegen die anstürmenden Russen.

Generalfeldmarschall Paulus mit einem seiner Stabsoffiziere wird einige Tage nach seiner Verhaftung der russischen Kriegsberichterstattung vorgeführt.

Generalfeldmarschall Paulus auf dem Weg zum Hauptquartier der 62. Armee in Beketowka. Hier erwartet ihn Generaloberst Schukow. Die Sowjets hatten ihren prominentesten Kriegsgefangenen.

"Bitte sorgen Sie für meine Soldaten." war das Anliegen des Oberkommandierenden der 6. Armee während der Identitätsklärung gegenüber dem russischen Dolmetscher.

Unverständnis bei der russischen Generalität. Einen Feldmarschall hätte man niemals in Feindeshand geben lassen. Für die Sowjets damit der größte Fang seit Kriegsausbruch und in der Folge auch bestes Propagandamittel. Paulus hier kurz vor dem ersten Verhör beim 62. Armeestab.

Generalfeldmarschall in Beketowka in den Tagen der ersten Vernehmungen.

Während der Feldmarschall verhört wird, kämpfen draußen noch um die 250.000 Männer seiner Armee in der Eiswüste ums Überleben. Paulus während eines Verhörs. Der Offizier und Kavalier alter Schule - immer gepflegt, immer adrett gekleidet, seine Ausführungen wohl überlegt. Er wollte in Abstimmung mit seine Generalen am 25. November ausbrechen. Zuvor sprengte man all das, was nicht mitgenommen werden konnte: Munitionsdepots, Lebensmittellager, Waffen und Ausrüstungen. Die Truppen verließen ihre relativ sicheren Winterunterstände um sich zu formieren. Am 24. November empfängt man den Funkspruch Adolf Hitlers aus dem Führerhauptquartier: ... "Die Armee darf überzeugt sein, dass ich alles tun werde, um sie entsprechend zu versorgen und rechtzeitig zu entsetzen. Ich kenne die tapfere 6. Armee und ihren OB und weiß, dass sie ihre Pflicht tun wird..."

Er ist Stalins Siegestrophäe im Kampf gegen Hitler und man wird ihn im Gegensatz zu seinen Soldaten standesgemäß behandeln.

Auf einem Abwurfplatz bei Stalingrad steht die bruchgelandete JU 52. Die Verluste an Flugzeugen und Besatzungen konnten bis Kriegsende nicht wieder ausgeglichen werden.

Bizarre, zu Eis erstarrte Gestalten im blutgetränkten Schnee türmen sich um das Flugplatzgelände in Pitomnik. Sie alle wollten dem Kessel entrinnen und fanden dabei den Tod.

Wichtiger Nachschub, der seine Empfänger nicht mehr erreichte. Eine zerborstene JU auf dem Flughafen Pitomnik.

Hohn für die Toten und die Überlebenden. Zum Tag der Wehrmacht im März 1943 wird diese NS-Postkarte in Umlauf gebracht.

Die zu Eis erstarrte Leiche des neben seiner Maschine liegenden Piloten, der den Ausflug nach einem russischen Feuerüberfall nicht mehr geschafft hat.

Die Pferde sind längst aufgegessen.

Hinterlassenschaften einer Tragödie. Die Vernichtung deutschen Volksvermögens ist nicht bezifferbar.

Das Wrack eines völlig zerstörten Panzerkampfwagen IV im aufgewühlten Gelände des Bahnhofs Stalingrad I.

Im Obergeschoß des Kaufhauses nach Beendigung der Schlacht. Unten im Keller hatte der Führungsstab der 6. Armee seinen letzten Befehlsstand.

Deutsche Soldatengräber direkt vor einem Gebäude in Stalingrad-Mitte. Alle Gräber wurden später durch die Sowjets vernichtet unkenntlich gemacht oder überbaut.

Waffen, Schreibmaschinen und andere, für die meisten Russen völlig unbekannte Gegenstände der Deutschen werden inspiziert und für die eigene Verwendung eingesammelt.

Der alltäglich gewordene Anblick. Mitleid kennt hier kaum einer mehr. Für jeden geht es ums nackte Überleben. Russische Soldaten vor den verkohlten Überresten zweier deutscher Soldaten.

Unzählige tote Körper säumen die Straßen, füllen die Granattrichter, belegen das Gelände der Steppe ringsum. Diesen Hindernissen auszuweichen ist nicht mehr möglich und so überrollen die Fahrzeuge mit einem eigenartigen Walken und Knacken die gefrorenen Leiber.

Sie sollte wehen, nun liegt sie hier. Und die Wolga sollte das geplante Ende des deutschen Vormarsches sein. Nun ist es das Ende einer ganzen Armee geworden.

Die raren Patronen noch nicht einmal verschossen, als es sie erwischte. Ob die Mutter jemals erfahren wird, wie es geschah? Die Material- und Menschenschlacht in Stalingrad ist mit nichts in der bekannten Weltgeschichte zu vergleichen.

Auch der Nordkessel unter General Karl Strecker (Kommandierender des XI. Armeekorps) hat in den folgenden zwei Tagen nach Paulus Festnahme nicht kapituliert und so lange kämpfen lassen, bis die Russen die ausgebluteten, restlichen deutschen Verbände überrannten. Eine offizielle oder förmliche Kapitulation der Armee in Stalingrad hat es nie gegeben. Unmittelbar am Roten Platz schleppen sich überlebende deutsche Soldaten in russische Kriegsgefangenschaft. Sie werden es nicht überleben. Im Hintergrund die Kaufhausruine, vorn rechts im Bild die Ruine des heutigen Hotel "Wolgograd".

Mittwoch, 3. Februar 1943. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: "Der Kampf um Stalingrad ist zu Ende..." (mp3)

Am Dienstag des 2. Februar gibt die Wetterstelle in Stalingrad diese letzte Funkmeldung ab. Kurz darauf wird sie von den Russen gestürmt.

Die Berliner Ausgabe des Völkischen Beobachters schreibt am 4. Februar 1943: "Sie starben, damit Deutschland lebe..."

An einem örtlichen Friedhof ruhen die, die noch begraben werden konnten. Später werden alle von der 6. Armee angelegten Gräber mit Panzern zerwalzt und mit Bulldozern geebnet.

Das endlose Leichenfeld im Süden Stalingrads, zwischen Beketowka und der Wolga.

Diese Toten haben keine Namen mehr. Zu einem riesigen Leichenklumpen zusammengefroren, werden sie nach der Schlacht in Bombentrichter und Stellungsgräben geschoben werden. Ehegatte, Vater, Bruder, Sohn - die Ungewissheit über das Schicksal des ausgezogenen werden auch in der Heimat die meisten Angehörigen nach Jahrzehnten quälendem Andenken mit ins Grab nehmen und niemals erfahren.

Aufgereiht sind die Massen an Leichen von Wehrmachtssoldaten an einem Gräberfeld. Im hart gefrorenen Boden von Stalingrad konnten sie nicht mehr unter die Erde gebracht werden. Im Frühjahr des Jahres 1943, wenn über Monate unerträglicher Gestank der verwesenden Kadaver das Land überzieht, werden sie verscharrt oder in riesigen Haufen verbrannt.

Gefallene Wehrmachtssoldaten neben einem Granattrichter westlich von Stalingrad. Eine würdige Ruhestätte wird ihnen für immer verwehrt bleiben.

Die Opfer dieser unbarmherzigen Schlacht sind nur mehr schätzbar. Genaue Angaben der Toten und Vermissten wird es für Stalingrad für beiden Seiten niemals geben. Nur die Eltern und Geschwister, die Kinder und Frauen der nicht nach Hause zurückgekehrten wissen um ihr seelisches Leid.

Berge von Leichen an einem anderen Gräberfeld nahe der Stadt. Ausgemergelt, in Sommeruniformen, von Wanzen und Läusen zerfressen, an abgefrorenen Gliedmaßen verfault, an Wundbrand eingegangen, an Erschöpfung verreckt, durch Verhungern gestorben, den Leib durch eine Granate zerfetzt oder dem feindlichen Spatenhieb erlegen - keine Armee könnte diese unfassbare Menge von hunderttausenden Leichen bestatten. Und so wird es auch sein.

Hier die Aufnahmen vom gleichen Gräberfeld.

Das Wrack einer vom Himmel geschossenen Messerschmitt BF 109 E (wahrscheinlich E7) oder auch G2 "Gustav" zwischen dem Trümmermeer des Stalingrader Stadtzentrums.

Eindrücke aus der Steppe um Stalingrad im Februar 1943. Die Stalingrader Oblastverwaltung wird Jahre benötigen, um den Kriegsschrott zu beseitigen und zu verwerten.

Neben ihrem völlig zerstörten Geschütz liegen die zerfetzten, zu Eis erfrorenen und zu grotesken Gestalten geformten Körper einer ehemaligen Artilleriebatterie.

Mit der Stielhandgranate in der Hand hat ihn die tödliche Kugel getroffen.

So friedlich der Tod in Stalingrad manchmal auch scheinen mag, die Last, den Kummer und den Schmerz werden über viele Jahrzehnte die Hinterbliebenen in der Heimat haben.

Hier weiß keiner mehr... und es ist auch egal woran sie krepiert sind. Die Verluste an Mannschaften durch Kampfeinwirkungen waren in den letzten Wochen weitaus geringer, als durch Erschöpfung, Erfrierung, Krankheit und Hunger in diesem Todeskessel. Dieser tote Soldat auf Stalingrads blutiger Erde trägt seine Sommeruniform.

Die Leiche eines Hauptmanns der im Verband der 6. Armee nach Stalingrad zog, in der Hoffnung, nach Ende der Kämpfe wieder nach Hause zurückzukehren.

Der zerfledderte Leichnam eines ausgeplünderten deutschen Soldaten im Stadtzentrum. Begehrtes Beutegut der Russen waren Uhren, Schmuckstücke, wie Ringe und Reichsmark. Dies sollte einigen Kriegsgefangenen das Leben kosten, die sich verwehrten ihre lieb gewonnen Stücke herauszugeben.

Die warme Frühjahrssonne des Jahres 1943 lies die umher liegenden Leichen auftauen und verwesen. Übelster, widerlich süßlicher, verfaultes Fleisch verbreitender Gestank überzieht die Gegend.

Fast bis zur Skelettierung ausgemergelt wurde auch dieser deutsche Soldat von Russen ausgeplündert. Moral? - die gibt es in diesem verdammten Krieg nicht. Und der Russe in der Masse hat in seinem Tötungswahn den Deutschen gegenüber schon gar keine. Viele Leichname werden von den Russen nach Wertgegenständen durchsucht. Grundsätzlich ist das untersagt, aber von den Offizieren der Roten Armee wird es geduldet.

Niemand in Stalingrad kann so oft trauern, wie Menschen hier ihr junges Leben verloren haben. Selbst nach dem Tod vermitteln sie das Bild des Elends ihrer letzten Lebensminuten.

Riesige Haufen menschlicher Leiber, gestorben an Unterernährung, Krankheiten, Infektionen, Erfrierungen oder der Hand des Feindes.

Die Auflistung der im Kampf um Stalingrad untergegangenen Truppen und Verbände der 6. Armee. Nach Stalingrad schickte man 22 Divisionen mit rund 364.000 Mann.

Luftbildaufnahme vom Februar 1943 nach dem Ende der Kämpfe um Stalingrad. Die von der 6. Armee nie genommene chemische Fabrik "Lazur" innerhalb der Eisenbahnwendeschleife (Tennisschlägers).

Epilog

"Ich hatt' einen Kameraden", Melodie: Friedrich Silcher, Text: Ludwig Uhland. (mp3)

 

 

Startseite  -  Vorwort  -  Stalingrad vor dem Krieg  -  Vormarsch nach Osten  -  Kampf um die Stadt  -  Ende der Schlacht

Kriegsgefangenschaft  -  Bilder der Zerstörung  -  Relikte der Schlacht  -  Adressen und Auskünfte  -  Zeitzeugen - Tonbildfilmarchiv

 

 

 

© tonbildfilmarchiv.de / Anbieterkennung / Datenschutz / Kontakt